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Fuerteventura

Wellenreiten auf Fuerteventura

Fuerteventura wird nicht umsonst als das Hawaii Europas bezeichnet. Durch ihre geografische Begebenheit und das ganzjährig milde Klima zieht die Insel seit Jahrzehnten Surfer und Wassersportler aus aller Welt an.

Fuerteventura ist die zweitgrößte und mit etwa 20 Einwohnern pro Quadratkilometer die am wenigsten besiedelte Insel der Kanaren. Auf einer Länge von 120 km und einer Breite von etwa 30 km leben rund 100.000 Einwohner und etwa genauso viele Ziegen.

Die schmalste Stelle der Insel befindet sich im Süden und misst 5 Kilometer zwischen der West- und der Ostküste.

Geografisch ist Fuerteventura etwa 100 km vom afrikanischen Festland entfernt. Politisch gehört es wie alle Kanarischen Inseln zu Spanien. Die Landessprache ist Spanisch.

Klima und Geologie

Das Bild der Insel wird von schroffen, sehr reizvollen vulkanischen Gebirgszügen bestimmt. Im Gegensatz zu ihrer großen „Schwester“ Hawaii ist es genau dieses Bild, was dem US Amerikanischen Archipel nicht ganz gerecht wird.

Tropische Vegetation sucht man hier vergebens. Neben Dattelpalmen findet man hier vor allem kleinere bodennahe Gewächse. An einem der wenigen Regentage kann man hier gut beobachten, wie Fuerteventura aussehen würde, wenn es mehr Niederschläge gäbe. Aus trockenen Gewächsen werden plötzlich saftiggrüne Sträucher und die Insel ist von einem zarten, grünen Flaum bedeckt. Dennoch hält Fuerteventura dem Vergleich zu Hawaii durchaus stand, wenn man die Westküsten der Insel betrachtet.

Eine stetige Brandung formt das skurril anmutende Lavagestein. Der blaue Himmel und die sandfarbenen bis schwarzen Gesteinsformationen bieten einen unvergesslichen Anblick und sorgen für reizvolle Kontraste. Man findet sowohl Strände mit feinem, weißen, als auch solche mit schwarzem Sand. Überhaupt sind es die Gegensätze, die Fuerteventura so interessant und besonders machen.

Die von den Wellen oft weniger bedachte Ostküste lockt zum Baden und Windsurfen. Der im Frühjahr und Sommer stetige Nordwest Passat sorgt für eine immer frische Brise und eine angenehme Abkühlung in den heißesten Monaten des Jahres.

Der höchste „Berg“ der Insel, der Pico de la Zarza, lässt Alpinisten nur müde lächeln, misst er doch gerade mal 807m. Die Aussicht ist dennoch phänomenal, kann man von dort oben doch sowohl die Westküste, als auch die Ostküste betrachten. Aus dieser Höhe sieht man sie dann auch genau: Die Gegensätze der Insel.

Das Klima ist ganzjährig mild und reicht in den Monaten Dezember bis März von frühlingshaft warm bis hin zu hochsommerlichen Temperaturen in den übrigen Monaten. Im „Winter“ klettert das Thermometer nicht selten auf 20 bis 25 Grad Celsius. Der Sommer bietet Spitzenwerte von um die 40 Grad Celsius, jedoch immer begleitet von dem für die Kanaren so typischen Nordwest Passat.

Das Wasser ist mit rund 20 Grad Celsius von Januar bis Dezember angenehm warm und lädt auch in den Wintermonaten auf ein Bad ein. Eine gute Sonnencreme ist Winter wie Sommer ein Muss :-)

Einwohner

Die Einwohner Fuerteventuras – auch Majoreros (gesprochen Machorero) genannt- leben wenig luxuriös. Den wohl ursprünglichsten Ort der Insel findet man im Süden Fuerteventuras. Cofete gilt als die erste Siedlung im Süden der Insel. Neben einer kleinen Bar, die auch als Versorgung für die dort ansässigen Bauern dient, findet man dort ein paar Hütten, viele Ziegen und wenige Bewohner.

Auch in den Hauptreisezeiten verirren sich nur wenige Besucher in diesen südlichen Abschnitt der Insel. Der Strand ist wie alle Strände der Westküste wegen der starken Strömungen nicht zum Baden geeignet. Wo Wellenreiter voll auf ihre Kosten kommen, haben Badegäste das Nachsehen.

Die heutige Hauptstadt von Fuerteventura ist Puerto del Rosario. Sie liegt in etwa in der Mitte der Insel. Fuerteventura ist in 6 Gemeinden unterteilt:
- La Oliva
- Puerto del Rosario
- Betancuria
- Antigua
- Pajara
- Tuineje

Wirtschaft

Die Menschen lebten seinerzeit von der Landwirtschaft und der Viehzucht. Erst viel später kam der Fischfang hinzu. Das erklärt auch, weshalb sich alle alten Ortschaften im Inneren der Insel befinden und nicht etwa am Meer.

Die wichtigsten Häfen der Insel findet man in Morro Jable, Gran Tarajal, Corralejo und Puerto del Rosario. Traditionell besiedelten die Einheimischen abgelegene Höfe im Landesinneren, die weit verstreut auf fruchtbarem und weniger fruchtbarem Boden gebaut wurden. Auch heute noch kann man diese Bauweise gut beobachten. Die Wasserknappheit der Insel machte die Menschen kreativ.

Auch kann man auf Fuerteventura oft die Form des Terrassenbaus beobachten. Heute werden auf der Insel vor allem Tomaten und Getreidesorten angebaut.

Fischerdörfer finden sich zumeist an der ruhigeren Ostküste mit einem Ausgang zu den Barrancos (Land). Lediglich Corralejo im Norden und Morro Jable im Süden waren gänzlich auf den Fischfang ausgerichtet.

In den 1970ern zog der Tourismus erstmals organisiert Menschen auf die Insel. Der Tourismus brachte eine Kehrtwende nach Fuerteventura. Plötzlich wurden die Küstenstreifen interessant. Wer heute in den Urlaub fährt, sucht nämlich vor allem eins: Die Nähe zum Meer.

Aus den einstigen Fischerorten sind heute attraktive Ausflugsziele geworden. Das schöne und gemütliche Städtchen Morro Jable im Süden besticht vor allem durch seine Ursprünglichkeit und seine Nähe zu den langen Sandstränden von Jandia.

Ein weiterer, wichtiger Wirtschaftszweig ist die Milchwirtschaft. Die genügsamen und sehr robusten Ziegen, leben auch unter den kargen Bedingungen der Insel und haben sich im Laufe der Zeit sehr gut an den Lebensraum angepasst. Man geht von rund 50.000 Ziegen aus, die in Ställen leben und weiteren 25.000 freilebenden Ziegen. Mit den Ziegen verfügt Fuerteventura noch über eine weitere Spezialität: den Queso Majorero – den heimischen und unglaublich köstlichen Ziegenkäse.

Einmal im Jahr findet auf Fuerteventura eine Landwirtschaftsmesse statt, auf der die Ziege prämiert wird, die, die meiste Milch gibt. Dabei werden auch schon mal echte Rekorde aufgestellt, die kurz vor der 10 Kg Marke liegen. Zum Vergleich: Eine „normale“ Ziege gibt ca 3-4 Kg Milch.

Kulinarisches

Die Küche Fuerteventuras ist vielfältig und beinhaltet vor allem Fisch, viele einfache Gerichte, wie die berühmten papas arrugadas (Schrumpfkartoffeln mit Salzkruste), sowie Ziegenkäse, Ziegenmilch und -fleisch.

Die typischen spanischen Tapas- kleine Häppchen- werden hier als Hauptmahlzeit oder Vorspeise serviert. Dabei reicht die Bandbreite von vegetarischen Tapas, wie z.B dem Ensalada Rusa einem Kartoffelsalat, Tortilla oder den Pimentos de Padrón, in Öl und Meersalz gebratenen Paprikaschoten bis hin zu kleinen Fischgerichten wie Gambas al Ajillo - Gambas in Knoblauchöl oder Fleischhappen wie den Pichos Marunos.

Die auf Fuerteventura angebauten Tomaten erhalten das ganze Jahr viel Sonne und schmecken besonders aromatisch. In den Küstenstädtchen wie z.B Morro Jable, findet man vor allem fangfrischen Fisch wie Hecht, Barsch, Thunfisch oder Tintenfisch auf den Speisekarten.

Der typische Ziegenkäse der Käserei Maxorata ist weit über die Grenzen der Insel berühmt und genießt auch auf dem US Amerikanischen Kontinent große Beliebtheit.

Kultur

Auf Fuerteventura pflegt man viele heidnische und kulturelle Bräuche, aber auch alle Festlichkeiten rund um den katholischen Kalender. Die Gemeinden feiern ihre Schutzheiligen.

Besonders sehenswert ist das Fest der heiligen Nuestra Senora del Carmen, welches einmal im Jahr in Morro Jable gefeiert wird. Die Schutzpatronin der Fischer wird hier mit einem Korso aus geschmückten Fischerbooten gehuldigt. Viele weitere Veranstaltungen, wie Umzüge und ein Festzelt machen diese Veranstaltung jedes Jahr zu etwas ganz besonderem.

Das San Juan Fest, die Feier der Sommersonnenwende, dankt den Göttern für die Ernte. In der Nacht werden an den Küsten überall Feuer entfacht. Der Kanarische Karneval ist der zweitgrößte neben dem Karneval in Rio de Janeiro. Ein Ausflug mit der Fähre oder dem Flugzeug auf die Nachbarinsel Teneriffa ist hier fast schon ein muss. Die Umzüge sind bunt und laut und voller Freude und Tanz. Wenn man ausschließlich den deutschen Karneval kennt, ist man schnell mitgerissen, von diesem ausgelassenen Treiben.

Wellenreiten und Wassersport

Geografisch sind die Kanaren zwar nicht ganz so isoliert wie das Archipel Hawaii, dennoch kann sich die Insel in Sachen Wellenqualität und lässigem Lifestyle durchaus mit ihrer berühmten Schwester im Pazifik messen.

Von Deutschland kommt man ganzjährig mit den verschiedenen Fluglinien auf die Insel. Die Flugzeit beträgt etwa 4 Stunden. Viele Fluggesellschaften transportieren gegen ein geringes Entgeld Surfboards und Sportequipment.

Ob Anfänger oder fortgeschrittener Surfer, hier kommt jeder das ganze Jahr bei strahlendem Sonnenschein auf seine Kosten. Moderate Beachbreaks treffen hier auf schöne, kräftige Riffwellen. Hohle Tubes verlangen Können und kleine grüne Wellen erlauben erste Turns und uneingeschränkten Spaß im Wasser für jedes Level.

Durch seine Nähe zu Afrika ist es auf den Kanaren von Januar bis Dezember sommerlich warm und der ewige Frühling lockt vor allem im Winter sonnenhungrige Wassersportler auf die Inseln, die hier alle ihren „Spielplatz“ finden.

Nicht selten fühlt man sich wie ein Entdecker, wenn man sich auf die Suche nach den besten Wellen der Insel macht.

Die Westküsten der Insel sind alle dem offenen Meer zugewandt. Das nächste Festland ist die Ostküste der USA, dazwischen befinden sich tausende Kilometer Ozean. Aus diesem Grund gibt es nahezu an jedem Tag Wellen. Sind sie aufgrund der Wetterlage zu groß und zu kräftig, drücken sie sich um die Insel herum und sorgen für schöne, kleine bis mittelhohe Wellen an einigen Stränden der Ostküste.

Die Wassertemperatur erlaubt ganzjährig das Surfen mit 3,2mm Neopren. In den Somermonaten genügen oft auch ein Lycra und eine Boardshort oder ein Bikini. Die Herbst- und Wintermonate zaubern schöne Wellen bei nahezu keinem Wind an die Küsten. Besonders Könner kommen nun auf ihre Kosten.

Die Riffe im Süden und Norden der Insel bieten jetzt je nach Swellrichtung und- stärke oftmals perfekte Bedingungen. Anfänger und Fortgeschrittene finden das ganze Jahr moderate Wellen auf Fuerteventura. Nimmt in den Sommermonaten der lokale Wind zu, entstehen an den Ostküsten Wellen, die im Winter nicht ans Rollen kommen.

Entgegen jeder Meinung eignet sich Fuerteventura das ganze Jahr zum Wellenreiten. Der Süden wird oftmals noch verkannt, obgleich man auch dort schöne Spots in großer Vielzahl vorfindet. Ein erfahrener Surfguide kann hier wie dort helfen, die Geheimnisse der Insel zu entdecken.

Wer auf eigene Faust die Insel wellentechnisch erkunden möchte, ist gut beraten, wenn er sich einen Geländewagen ausleiht. Viele Spots liegen im Verborgenen und am Ende von Schotterpisten. Hat man dieses Ende erreicht, wird man fast immer belohnt.

Besonders gute Spots für Könner, finden sich an der berühmten „Northshore“ in der Nähe des Örtchens Lajares im Norden der Insel, sowie hinter der Ortschaft Morro Jable, auf dem Weg nach Punta de Jandia. Locals sind hier wie dort vertreten.

Man findet schnell heraus, an welchem Spot man willkommen ist und um welchen man besser einen Bogen machen sollte. Aber: Auch hier gilt: Wer sich respektvoll bewegt und die Regeln im Wasser beherrscht, hat selten etwas zu befürchten. Man sollte wissen, was man im Wasser kann und danach handeln.

An den vielen Beachbreaks der Insel geht es noch gelassener zu. Hier ist man auf Anfänger, Fortgeschrittene und Könner eingestellt. Die lokale Bevölkerung mischt sich mit Urlaubern und Zugezogenen und man teilt sich friedlich die Wellen und das Wasser.

Besonders die Westküsten der Insel sind wegen ihrer starken Strömungen mit Vorsicht zu genießen. Jedes Jahr begeben sich hier Schwimmer in präkere Situationen. Für Wellenreiter bieten die Westküsten je nach Swell mal sehr kräftige Wellen, die man beherrschen sollte, aber durchaus auch moderate Wellen, die für jedes Level geeignet sind.

An den Ostküsten- wie z.B am Leuchtturm von Jandia im Süden oder am Flag Beach im Norden der Insel- um nur einmal zwei Spots zu nennen- findet man bei den richtigen Bedingungen optimale Wellen zum Lernen und manchmal auch solche, die etwas mehr Können abverlangen.

Wellenvorhersagen aus dem Internet und lokale Surfshops helfen bei der richtigen Spotauswahl.

Mit freundlicher Unterstützung der Otro Modo Surfschool

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