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Longboard

Wer sich als Anfänger auf einem Longboard auf die Straße wagen möchte, muss sich zuerst mit dem Sportgerät anfreunden, um später sicher damit unterwegs zu sein und Spaß zu haben. Den Ausschlag dafür gibt unter anderem die Wahl des Decks, das perfekt zu dem Rider und seinen Anforderungen passen soll. Folgend ein kleiner Ratgeber, wie man sich für das richtige Longboard entscheidet.

Persönliche Faktoren, die beim Kauf zu beachten sind

1. Körpermaße

Statur und Gewicht tragen maßgeblich zur Entscheidung, welches Longboard sich ein Anfänger zulegen sollte, bei. Generell gilt: Je kleiner und leichter der Rider, desto kürzer das Deck, und umgekehrt. Ein breites Longboard für Schwergewichte besitzt acht Lagen oder mehr, damit es aufgrund des hohen Gewichts nicht schon nach kurzer Zeit Verschleißerscheinungen aufweist. Ebenso ausschlaggebend ist die Schuhgröße des Riders. Je größer der Fuß, desto breiter und länger sollte das Longboard sein - von einem zu kleinen Brett würde man ständig abrutschen oder versehentlich ständig auf die Rollen treten. 

Die genannten Bedingungen stellen zwar keine Ausschlusskriterien für ein anderes Longboard dar, erleichtern Anfängern den Einstieg aber ungemein. Denn ein sicherer Stand auf einem soliden und in der Länge nach zu einem passenden Brett sind erste Erfolgsgaranten für den Spaß an dieser Sportart.

"Tipp! Beim Longboard-Kauf ist insbesondere die Länge des Boards ausschlaggebend. Je länger ein Longboard ist, desto kontrollierter und ruhiger lässt es sich damit fahren. Kürzere Boards sind dagegen leichter beim Carven zu kontrollieren und auch für Tricks und für das Fahren in der Pipe geeignet."

©iStock.com/dislentev

2. Ambitionen

Beim Kauf des passenden Bretts kommt es auch darauf an, wie der künftige Longboarder damit umzugehen plant - ist man ein ruhiger Fahrer, oder liebt man es wild und draufgängerisch? Jeder hat andere Ambitionen und Vorstellungen, für jeden bedeutet der Spaß am Sport etwas anderes. Deshalb sollte man vor dem Kauf überlegen, ob man mit dem Longboard längere Zeit langsam und gemütlich cruisen, oder sich relativ rasch entwickeln, über den Untergrund flitzen, Kurven schneiden und Tricks beim Freestyle üben will. Denn wer wirklich das Potenzial zum Champion in sich trägt, der sollte darauf achten, dass sein Longboard nicht schon nach kurzer Zeit den Riding-Style einschränkt.

3. Einsatzgebiet

Darüber hinaus kommt es darauf an, wie das Longboard eingesetzt wird. Soll es alltagstauglich sein, weil man damit im dichten Verkehr zur Schule oder Arbeit fährt und es dabei auch in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert, oder benutzt man es nur in der Freizeit? Soll das Longboard über den Asphalt enger Straßenschluchten gleiten, dann ist ein kürzeres von Vorteil, oder will man damit nur auf breiten Feldwegen dahinrollen, was mit einem langen Deck wesentlich mehr Spaß macht? Es ist in diesem Zusammenhang beispielsweise auch darauf zu achten, dass ein leichtes, kurzes Longboard viel einfacher zu tragen ist und daher problemlos in Bahn und Bus mitgenommen werden kann.

Die Vorab-Fragen im Überblick

Körpermaße

  • Größe
  • Gewicht
  • Schuhgröße

Ambitionen

  • Ist man ein ruhiger Fahrer, oder liebt man es wild und draufgängerisch?
  • Will man mit dem Longboard für längere Zeit langsam und gemütlich cruisen, oder sich relativ rasch entwickeln, über den Untergrund flitzen?

Einsatzgebiete

  • Will man eher schnell oder langsam fahren?
  • Wird das Longboard als Fortbewegungsmittel in der Stadt oder für Tricks in Halfpipes genutzt?
  • Wie ist der Untergrund auf dem man hauptsächlich fahren werden?
©iStock.com/Kaca_Studio

Auch der Fahrstyle entscheidet über die Wahl des Brettes

Nicht zuletzt entscheidet auch der geplante Style, für welches Longboard man sich als Einsteiger entscheidet.

Pushing

  • Im Gegensatz zum Pumping, bei dem das Board ohne Bodenkontakt des Fußes mit einer Slalombewegung angeschoben wird, berührt beim Pushen das Schwung-Bein den Boden und schiebt dadurch das Longboard mit einer Stoßbewegung an. Wer lange Strecken pushen will, benötigt ein tief liegendes, stabiles Deck mit großer Laufruhe und einem qualitativ hochwertigen Kugellager.

Cruising/Carving

  • Das Cruisen mit dem Longboard beschreibt das gemütliche durch die Straßen fahren - beispielsweise mit Stöpseln in den Ohren und der Lieblingsmusik im MP3-Player. Wer dabei auch noch Kurven fährt, also carvt, ist schon auf dem besten Weg, hat schon ein wenig Routine. Dieser Grundfahrstil kann mit jedem Longboard, das zum Fahrer passt, durchgeführt werden.

Freestyle/Tricks

  • Wer nach dem Cruisen und Carven dann einen Gang höher schalten möchte, der fährt mit dem Longboard streckenweise im Freestyle und versucht dabei ein paar Tricks. Es gibt eine Menge kreativer Techniken, etwa Flips, Wheelies, Jumps, ... diese Techniken lässt man sich am besten vom Profi zeigen. Ausschlaggebend ist hierbei, ob das Longboard einen Kicktail (nach oben gebogene Spitze, genannt "Nase" an der Vorder- und "Schwanz" an der Hinterseite) besitzt, der für einige Tricks erforderlich ist.

Dancing

  • Das Dancing hat seinen Ursprung in einer Technik des Wellenreitens, dem Boardwalking, und beinhaltet eine Vielzahl von drehenden und laufenden Bewegungen, die auf dem rollenden Longboard ausgeführt werden. Von den tanzenden Schritten des Riders hat dieser Style seinen Namen erhalten. Für das Dancing existieren speziell gebaute Decks, die üblicherweise sehr lang sind (im Schnitt um 120 Zentimeter) und einen Kicktail aufweisen.

Sliding

  • Beim Sliden geht es nicht darum, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, sondern das Deck kontrolliert "wegrutschen" (= sliden) zu lassen. Das Longboard wird hierfür quer zur Fahrrichtung über den Untergrund geschoben, wodurch man stark abbremst oder sich sogar einmal dreht. Für diese Technik verwendet man am besten kurze Bretter mit weichen Rollen, da harte Rollen dazu neigen, bei Slides auszubrechen.

Freeride

  • Freeride charakterisiert einen Style, bei dem es um schnelle Abfahrten in Kombination mit Slides geht - vergleichbar mit der Schussfahrt im Schnee auf einer leeren Piste. Hierfür sollte man aber bereits einiges an Können vorweisen, damit man sich dabei nicht verletzt. Das optimale Longboard für den Freeride hat harte Rollen mit wenig Auflagefläche.

Downhill

  • Downhill fahren nur echte Profis - sie rollen dabei auf dem Longboard mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h einen Hügel hinunter. Decks für dieses waghalsige Unternehmen weisen eine tiefergelegte Standfläche auf, damit sie bei hohem Speed nicht schlingern und auch in den Kurven stabil bleiben. Ein weiterer Vorteil eines solchen "Downhillboards" ist, dass man beim Abstoßen vom Boden das Standbein nicht so stark anwinkeln muss.

Was man als Einsteiger noch benötigt

Neben dem passenden Longboard benötigen Einsteiger auch noch eine gute Schutzausrüstung, denn bei Stürzen kann es schnell zu Verletzungen kommen. Meist handelt es sich dabei um Schürfwunden, die durch die Reibung der Haut auf dem Untergrund entstehen. Deshalb sollte auf dem Longboard lange, feste Kleidung getragen werden. Auch ist die Gefahr groß, dass man beim Fallen auf den Ellenbogen oder Knien landet, weshalb diese Körperregionen durch Schoner geschützt werden. Darüber hinaus stellen sich Profis niemals ohne Helm aufs Deck. Weiter wird zu festem Schuhwerk geraten, das einen sicheren Halt auf dem Longboard garantiert. Zuletzt gibt es auch noch spezielle Slide-Handschuhe, die ebenfalls vor Abschürfungen schützen.

"Tipp! Fahrtechniken wie Sliden oder Carven erhöhen den Fahrspass. Sie bieten zudem weitere Möglichkeiten des Bremsens und Kontrollieren des Longboardes. Weiterhin sind diese Fahrtechniken für die Ausübung von Tricks sinnvoll." 

Wer das Longboard für sich entdeckt hat und sich eine Ausrüstung zulegen möchte, sollte beim Kauf darauf achten, das für seine Konstitution und individuellen Anforderungen passende Deck zu wählen. Dabei gilt es unter Berücksichtigung der Körpermaße auch die Ambitionen, das Einsatzgebiet und den geplanten Style mit einzukalkulieren, damit man lange Freude an dem Longboard hat.